Die Geschichte der Handwerker in Österreich
Ein kleiner RückblickHandwerker im Mittelalter
Im Gegensatz zu den Bauern waren
Handwerker immer freie Leute. Erst aber ab dem 12. Jahrhundert wurde dieser Umstand untermauert. Während Bauern im Frühmittelalter immer nur für den eigenen Bedarf wirtschafteten, standen
Handwerker unter der Hörigkeit der Grundherren. Bis zum Aufblühen der Städte sahen die Bauern das Handwerk als Nebenbeschäftigung an.
Durch die zunehmende Komplexität der Aufgaben und der Steigerung der Herausforderungen, entwickelten sich diverse Spezialberufe. Es entstanden zum Beispiel Nahrungshandwerker, Kleidungshandwerker, Bauhandwerker, Kunsthandwerke, aber auch Holz-, Metall-und Tonhandwerker. Dadurch unterschieden sich die
Handwerker grundlegend von der bäuerlichen Selbstversorgung.
Handwerker waren Abhängig vom Erlös, hatten einen höheren Lebensstandard und somit auch ein höheres gesellschaftlichen Ansehen. Weiters bildeten
Handwerker Zünfte. Dies waren Zusammenschlüsse gleicher Handwerksgruppen, die einen wirtschaftlichen Vorteil erbrachten. Sozusagen Vorläufer der heutigen Kammern. Seit dem Jahr 1438 wurde das Handwerk als eine eigenständige Berufsgruppe angesehen. Handwerker zählten zum Mittelstand, obwohl sie kaum politischen Einfluss hatten.
Ausbildung und Werdegang für Handwerker
Zur damaligen Zeit war es äußert schwer ein
Handwerker zu werden. Abgesehen davon, dass man aus reicher Familie stammen mußte, war auch die eheliche Geburt Grundvoraussetzung, um den Werdegang eines Handwerkers einschlagen zu dürfen.
Im Spätmittelalter war es auch üblich, nach der absolvierten Gesellenprüfung ca 6 Jahre auf Wanderschaft zu gehen, die sogenannte Walz. Dies blieb bis zur Industrialisierung im 19. Jahrunhundert aufrecht. Heute würde man dazu wohl Auslandssemester sagen, mit dem Unterschied das die
Handwerker der damaligen Zeit arbeiten mußten.
Nach Rückkehr konnten die Handwerker dann die Meisterprüfung ablegen, welche aber sehr aufwendig und vor allem kostspielig. war. Aus diesem Grund blieben sehr viele
Handwerker beim Gesellenstatus, für den dann auch eine eigene Art der Zunft gegründet wurde.
Bis ins 18. und 19. Jahrhundert waren
Handwerker meist kleine Familienbetriebe in dezentralen Betriebsstätten mit maximal ein oder zwei Gehilfen bzw. Gesellen. In der Baubranche gab es aber schon zur damaligen Zeit größere Betriebe.
Fixer Bestandteil des traditionellen Handwerks war auch, dass die Gehilfen und Gesellen Kost und Logie frei hatten, so lebten sie meist im gleichen Haushalt mit dem Meister. Diese Art der Handwerker Betriebe war zur damaligen Zeit nicht nur für Österreich kennzeichnend, auch in ganz Europa war diese Form der Handwerker Betriebe verbreitet. Erst im späten 18. Jahrhundert, mit dem Beginn der Industrialisierung, löste sich diese Einheit des "Arbeit und Wohnen" auf.
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