Oft benutzt, doch nie benannt: Der Zimmermannsbeitel


Man muss sich entweder auskennen oder doch eine Weile stöbern und erfragen, was genau der Zimmermannsbeitel ist. Beitel können als Hohl- oder Kantenbeitel auftreten; in jedem Fall geht es hierbei um ein Werkzeug zur Be- und Verarbeitung von Holz. Der Name Zimmermannsbeitel verrät es schon ? ein Werkzeug für den Zimmermann.
Clever konstruiert, kann sich der Zimmermannsbeitel inform vom Hohl- oder Kantenbeitel vor sich selbst schützen: Vor und hinter dem Griff von dem Werkzeug vom Zimmermann befindet sich ein Metallaufsatz, der den Griff ? meist aus Holz oder Kunststoff ? vor Einwirkungen von außen schützt. So kann der Zimmermannsbeitel auch mal als Hammer missbraucht werden, ohne dass es dem Griff großartig schaden würde.
Für den Laien wohl einem Schraubenzieher ähnelnd, ist der Zimmermannsbeitel an seiner Stahlseite abgeflacht. Diese Seite wird dazu benutzt, Holz bearbeiten zu können. Formen und Strukturen schafft der Zimmermann mit diesem Werkzeug und gibt dem Holz damit eine ganz eigene, individuelle Charakteristik.
Der Zimmermann geht für diese Arbeit in die Struktur der Maserung. Entgegengesetzt der Maserung kann auch der professionellste Beitel nicht arbeiten; hierbei würde das Holz nicht zum gewünschten Bearbeitungsergebnis führen. Kommt der Zimmermann in die Verlegenheit, doch einmal gegen die Maserung vom Holz arbeiten zu müssen, wird er sich mit einem Hammer vorarbeiten. Der Beitel ist hier kaum das geeignete Werkzeug.
DIN-orientiert, wie wir in der Bürokratie nun einmal sind, gibt es den Kantenbeitel in zwei verschiedenen Ausführungen:
Form A besticht durch die geraden Kanten. Diese Form ist ein klassisches Stemmwerkzeug. Form B hingegen zeigt am Ende des Stahls eine abgeflachte Kante. Sie macht es möglich, dass aus dem Kantenbeitel ein Stechwerkzeug werden kann. Natürlich sind auch Normen bezüglich der Breiten der Stemm- und Stechwerkzeuge vorgegeben: Der Zimmermann kann für seine Arbeit zwischen vier und vierzig mm wählen.
Als nächste Variante gibt es noch den Hohlbeitel. Dieser Hohlbeitel zeigt seine Möglichkeiten als Stechwerkzeug darin, dass er runde Vertiefungen wunderbar nachstechen kann. Hier geben die DIN-Normen zwei Vorschriften vor: Der Hohlbeitel soll einen Radius zwischen drei und fünfundzwanzig mm haben. Dabei ist der Radius genauso breit, wie die ganze Eisenbreite. Weiterhin wurde genormt, dass die Breiten zwischen sechs und 32 mm hergestellt werden. Durch das genaue Zusammenwirken der Achsen schafft es der Hohlbeitel, seinem Anwender, dem Tischler und Zimmermann, stets ein treuer Begleiter durch sämtliche Stemm- und Stecharbeiten zu sein.
Oft wird diese Art vom Beitel so hergestellt, dass es ihm unmöglich macht, von der Werkbank oder der Ablagefläche in sonstiger Form herunterzurutschen.
Jeder, der bereits einige Erfahrungen im Handwerken machen konnte, weiß, dass es kaum etwas gibt, was ärgerlicher ist, als ein heruntergefallenes Werkzeug, welches man natürlich in dem Moment benötigt, als es runterfällt.
Daher ist es ein großer Vorteil einiger Hersteller der Beitel, dass sie sich eine Konstruktion überlegt haben, wie es vermieden werden kann, dass diese Werkzeuge herunterfallen. Eine nicht allzu große Grobmotorik des Handwerkers vorausgesetzt, schafften die Hersteller, dies zu vermeiden, indem sie dem Heft, also dem Stahlteil des Beitels, einen elliptischen Querschnitt gegeben haben.

Der Beitel, egal, ob Hohl- oder Kantenbeitel, gehört einfach in den Werkzeugkoffer der Zimmermänner, Tischler und Wagner.

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Keine
Datum:
Freitag, 10. Juni 2011, 17:38 Uhr
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